Dienstag, 12 Januar 2016 16:48

Rückblick: die Monate des Jahres 2015

"Deutlich zu trocken und deutlich zu warm"

So zeigt sich das Gesamtjahr 2015.

Mittwoch, 23 Dezember 2015 07:47

Dezember setzt neue Maßstäbe

Der bisherige Monatsmittelwertrekord aus 2012 mit 5,5 Grad wird durch 2015er Rekord "pulverisiert". Aktuell am 23.12. liegt die Durchschnittstemperatur bei 7,4 Grad. Das sind sechs Grad höher als im Durchschnitt. Für die letzten Tage des Jahres ist auch kein Ende der andauernden Süd-West-Wetterlage in Sicht.

Auch ein Blick auf die das Gesamtjahr 2015 zeigt einen ungewöhnlichen Trend der Erwärmung. Es gab keinen Monat der im Mittel zu kalt war, aber sehr viele die deutlich zu warm waren. Das war auch schon 2014 so. Die Grafik zeigt den Trend sehr gut.

Das Jahr 2015 wird jedoch in der Jahrdurchschnittstemperatur nicht 2014 (12,0 Grad!) toppen können. Grund sind die vier Monate Januar bis April. Sie waren im Jahr 2014 deutlichst zu mild ausgefallen.

Mittwoch, 22 April 2015 12:54

Globaler Temperaturanstieg nimmt Fahrt auf

Einhergehend mit den letzten beiden milden Winter in unseren Breiten, verdichten sich die Anzeichen auf eine Beschleunigung der weltweiten Erwärmung zu Land und Wasser.

Besonders markant sind die deutlich zu warmen Wintermonate in ganz Eurasien.

....kam es zu einem heftigen Wintereinbruch mit bis zu 2 Metern Schnee.

Hierzulande ist der November vermutlich der Höhepunkt eines ausgewöhlich warmen Herbstes. Zur Zeit liegt die Mitteltemperatur bei über 8 Grad. Das sind 4 Grad über dem langjährigen Mittel. September und Oktober waren bereits ähnlich zu warm:

September 2014  +2,7K
Oktober 2014  +3,7
November 2014  +4? K

Das Jahr 2014 hat mit großer Wahrscheinlichkeit das wärmste Jahr in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen in Deutschland. Bisher gabe es keine nach einem sehr milden Winter nur positive Monatsabweichungen bei den Temperatur.

 

 

 

Freitag, 01 August 2014 09:17

Vergangener Juli war aussergewöhnlich nass

Im Juli gabe es mit 163mm einen neuen Stationsrekord (Zeitraum 2006-2014). Insgesamt gab es ungewöhnlich viele Starkregenereignisse in diesem Monat, besonders in der Woche vom 05. bis 12. Juli 14:

Dieser hohe Wert kommt auch sehr nah den bisherigen Rekord für Oberursel aus dem Juli 2000 (184mm) heran. 163mm wurden schon mal 1987 im Juli erreicht. Somit liegt der Juli 2014 auf Platz 2.

Trotzdem bleibt festzustellen, dass Oberursel von richtigen unwetterartigen Starkniederschlägen, z.B. größer als 50mm in wenigen Stunden oder gar über 100mm, verschont bleibt!

 

 

 

 

Dienstag, 08 Juli 2014 06:28

Starke Niederschläge

In der vergangen Nacht fielen binnen einer Stunde 28mm Regen. Schwüle Luft führte zum Entstehen eine kleinen Tiefs über Deutschland. Es kommt zu weiteren starken Niederschlägen. Das Tiefdruckgebiet wird auch in den Folgetagen das Wetter in Form von wiederholten Regengüssen begleiten. Die Grafik zeigt die Niederschlagsprognose der Modellläufe. In der Höhe des prognostizierten Niederschlags ein Seltenheit!

Mittwoch, 29 Januar 2014 10:52

Weiter kaum Frost im Vordertaunus

Seit Tagen gibt es in großen Teilen Deutschland Winterwetter mit Schnee und tiefen zweistelligen Minus-Temperaturen. Hier im Vordertaunus reichte es bisher noch nicht mal für Frost. Mit -1,7 Grad wurde bisher im Januar die tiefste Temperatur gemessen. Das ist rekordverdächtig. Den Rekordjanuar von 2007 mit +5,1 Grad Monatsdurchschnittstemperatur werden wir in den letzten drei Tagen nicht mehr toppen können. Aktuell liegen wir bei +4,6 Grad.

Wenigsten liegen im Tanus oberhalb 500Meter bis zu 20cm Schnee. Während es in tiefen Lagen nur zu Nassschneefall oder Schneeregen reichte, fiel er oben durchweg als Schnee. In den letzten Winter war im Gegensatz oft so, dass wenn im Hochtaunus Schnee fiel auch weiter unter oft die gleiche Menge zu verzeichnen war. Interessant auch der Temperaturkontrast gestern, am 28.1.. Auf dem Kleinen Feldberg auf 800Metern Höhe waren es maximal -1 Grad, hier in Oberursel +7,1 Grad. Das sind 8 Grad auf 600 Metern Höhenunterschied.

Wie geht es weiter:

Eventuell gibts in den nächsten Nächsten leichte Fröste. Die Tagestemperaturen werden aber deutlich über der 0-Grad-Marke liegen. Nennenswerte Niederschläge sind nicht in Sicht. Der Februar wird auch nicht winterlich beginnen können...

Samstag, 25 Januar 2014 17:43

Luftmassengrenze über Deutschland

Der Winter ist seit einigen Tagen zumindest in Nord-Ost-Deutschland heimisch geworden. Während es hier im Rhein-Main-Gebiet im Prinzip keinen Frost gibt, schlägt der Winter mit -15 Grad nordöstlich der Elbe richtig zu. Immerhin liegt im Tanus oberhalb 500m Schnee. 9cm auf dem Kleinen Feldberg. In den kommenden 48 Stunden ziehen zwei kleine Tiefdruckgebiete in rascher Folge über Hessen. Danach kühlt es auch  hier weiter ab, so dass der eventuell fallende Schnee sogar liegen bleiben könnte. Oberhalb 400m stehen die Chancen recht gut.

Man mag es angesichts der Winterflaute in Mitteldeutschland kaum glauben, in Kärnten wurde ein See bereits am 11.12.13 für den Eissport freigegeben. Und es wurde hier eine neue Wetterstation in Betrieb genommen:

Quelle: zamg.at

11.12.2013

Weissensee: erstmals Wetterstation direkt am Eis

 
 
 
Weissensee: erstmals Wetterstation direkt am Eis

©ZAMG

Für eine optimale Betreuung des Natureislaufplatzes Weissensee hat die ZAMG eine Wetterstation direkt auf dem zugefrorenen See errichtet. Damit werden auch kleinräumige Temperaturunterschiede erfasst. Am See ist es oft um die fünf Grad kälter als im nur 15 Meter höher gelegenen Ort. Der Weissensee wurde noch nie so früh zum Eislaufen freigegeben wie heuer.

Der Weissensee in Kärnten ist mit rund 6,5 Quadratkilometer die größte beständig zufrierende und präparierte Natureisfläche Europas. Für die Sicherheit der Eisläuferinnen und Eisläufer ist der Eismeister Norbert Jank zuständig: „Das Eis am Westteil des Sees ist derzeit 15 Zentimeter dick und seit Samstag zum Eislaufen geöffnet. Das ist früh wie noch nie. Ich betreue den See seit rund 30 Jahren. Das ist das erste Mal, daß Temperatur, Wind und Schneefall so gut gepasst haben, dass der See schon Anfang Dezember freigegeben wurde."

Neue Wetterstation am Eis zeigt Mikroklima des Sees

Seit dieser Woche steht den Verantwortlichen auch eine Wetterstation direkt auf der Eisfläche zur Verfügung, errichtet von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Paul Rainer, Meteorologe an der ZAMG in Klagenfurt: „Um die Qualität des Eises optimal einschätzen zu können, braucht man sehr lokale Wetter-Informationen, vor allem von Temperatur und Wind. Schon kleine Unterschiede im Standort einer Wetterstation machen hier große Unterschiede. Am Weissensee zum Beispiel sammelt sich am See in den Nächten eine dünne Schicht sehr kalter Luft. Hier ist es oft um die fünf Grad kälter als im nur 15 Meter höher gelegenen Ort."

Für die Stabilität der Wetterstation wurden kleine Holzstücke an Seilen befestigt und durch gebohrte Löcher unter das Eis geschoben. Nach dem Zufrieren der Bohrlöcher ist die Konstruktion so stabil wie „an Land".

Die Wetterstation am Weissensee misst nach international einheitlichen Kriterien Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Windspitzen.

In den nächsten Tagen in Österreich Sonne und Nebel

Das Wetter bringt am Weissensee bis in die nächste Woche hinein viel Sonnenschein, in der Früh für kurze Zeit auch Nebel. Die Temperatur liegt am See zwischen minus fünf Grad in der Früh und plus 1 Grad am Nachmittag.

In den nächsten Tagen scheint überhaupt im Großteil Österreichs die Sonne. In einigen Regionen kann sich allerdings zäher Hochnebel halten, wie stellenweise im Gebiet von Linz über Wien und Eisenstadt bis Graz und Klagenfurt.

zamg_wetterstation-weissensee_dez-1

Freitag, 22 November 2013 07:37

Prognostizierter Temperaturanstieg stockt

Die erste Polarlust mit Wintergruß marschiert auf Deutschland zu. Es stellt sich die Frage für die Winterfans:

Gibt es dieses Jahr wieder einen "richtigen" Winter mit Schnee und Eis?

Die letzten Winter machten ja wieder Hoffnung, dass die extrem warmen Winter sich nicht weiter fortsetzen. Laut dem folgenden Bericht stehen die Chancen aktuell nicht schlecht. Der Artikel befasst sich mit dem Einttreten bzw. nicht Eintreten der Prognosen der globalen Klimamodelle:

Quelle: Zamg.at

Temperatur-Hiatus

 

Klimamodelle erfassen Temperaturverlauf unzureichend

Die Entwicklung der Lufttemperatur in der Klimazukunft ist eine der zentralen Größen in den Vorhersagen der globalen Klimamodelle. Vergleicht man jedoch den Temperaturverlauf der letzten 15 Jahre mit den Simulationen der neuen Klimamodellgeneration, so fällt eine erhebliche Abweichung zwischen Modell und Realität auf: der sogenannte Temperatur-Hiatus.

Im Herbst 2013 wurde der finale Entwurf des 5. Sachstandberichtes des International Panel of Climate Change (IPCC) der Öffentlichkeit präsentiert. Dem Bericht liegen neueste Forschungserkenntnisse zugrunde, welche unter anderem aus Ergebnissen von globalen Klimamodellsimulationen abgeleitet sind. Diese neuste Generation von Klimamodellen enthält neben den aktuellen Treibhausgas-Emissionsszenarien (RCPs) auch eine Reihe von grundlegenden physikalischen Neuerungen wie eine weiterentwickelte Aerosolchemie, ein Kohlenstoffkreislauf- und ein dynamisches Vegetationsmodul.

Hintergrund

Die neuen Klimamodelle (CMIP5) sind derzeit die verlässlichste Quelle, um zukünftige, durch den Menschen verursachte Klimaveränderungen bestimmen zu können. Dabei galt bis dato die Lufttemperatur als jener Parameter, dem die stärkste Glaubwürdigkeit zugesprochen wurde. In den letzten 15 Jahren zeigt sich jedoch eine deutliche Abschwächung des globalen Temperaturanstieges, der nur von drei der 114 Klimamodellsimulationen ausreichend erfasst wird (Abb. 1).

1-4-8_1_Hiatus
Abb. 1: Änderung der globalen bodennahen Lufttemperatur relativ zur Periode 1986–2005 aus Beobachtungsdaten (schwarz) und Modellsimulationen (farbig) (IPCC 2013).

Im Vergleich der globalen Lufttemperatur zwischen 1998 und 2012 liegt die Beobachtung (schwarze Linie in Abb. 1) am unteren Rand aller Simulation, jedoch gerade noch innerhalb des Vertrauensbereiches. Dieser Bereich berücksichtigt Unsicherheiten aus den unterschiedlichen Emissionsszenarien, den verschiedenen Beobachtungsdatensätzen und die natürliche Klimavariabilität.

Ursachen

Die Abschwächung des globalen Temperaturanstieges der letzten 15 Jahren wird laut IPCC (2013) auf das Zusammenwirken von

zurückgeführt. Darüber hinaus wird jedoch vermutet, dass

zur Stagnation beigetragen haben könnten.

Zum dritten Punkt – der natürlichen Klimavariabilität – gibt es zwei wichtige Theorien: Die erste besagt, dass vor allem der tiefe Ozean deutlich mehr Energie aufnimmt als ursprünglich angenommen und damit weniger Energie für die Erwärmung der bodennahen Luftschichte zur Verfügung steht. Dies impliziert eine systematische Unterschätzung der Speicherung von Energie durch die Ozeane im globalen Klima und damit eine mögliche langfristige Überschätzung der Lufttemperatur in den Szenarien. Es sei denn, es handelt sich um eine vorrübergehende La-Niña-Phase, die dämpfend auf die globale Temperatur wirkt. Dieser Effekt wäre zeitlich begrenzt. In beiden Fällen existieren jedoch offensichtliche Mängel in der Fähigkeit, die ozeanische Zirkulation hinreichend im Modell zu erfassen.

Die zweite Theorie begründet die Stagnation mit einer starken Regeneration des winterlichen, eurasischen Hochdruckgürtels. Denn neue Analysen zeigen, dass ein großer Anteil des sich abschwächenden Temperatursignals aus dem Hochwinter über dem asiatischen Kontinent sowie Skandinavien stammt (Abb. 2).

1-4-8_2_NH-Temperaturtrend
Abb. 2: Lineare Trends der bodennahen Lufttemperatur der Periode 1987–2010 aus CRUTEM3-Daten in Grad Celsius pro Jahrzehnt im Winter (oben) und Sommer (unten) (Cohen u.a. 2012b).

Die Ursache des winterlichen Temperaturrückgangs von 1987 bis 2010 über Nordeuropa und dem asiatischen Kontinent könnte, gemäß den Ergebnissen neuer Studien, im starken Rückgang des arktischen Meereises begründet liegen. Dieser Rückgang führt einerseits zu Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation („Arctic oscillation index“) und andererseits zu einer Modifikation der Luftfeuchtigkeit und der Wolkenbildung. Die Zunahme der herbstlichen Schneebedeckung über dem eurasischen Kontinent dürfte nach neusten Erkenntnissen ein wichtiges Teil in diesem Klimapuzzle sein.

Modellrealität

Warum die globalen Klimamodelle die aktuelle Temperaturentwicklung viel zu hoch einschätzen – und offensichtlich die dahinter liegenden Prozesse nicht richtig erfassen – wird derzeit diskutiert und ist Gegenstand laufender Forschungsarbeiten. Gemäß dem neuen Sachstandberichtes könnte der Fehler in einem fehlenden bzw. inkorrekten Strahlungsantrieb oder einer falschen Reaktion der Klimamodelle auf externe Antriebe begründet liegen. Darüber hinaus dürften einige Klimamodelle zu stark auf die Konzentration von Treibhausgasen reagieren.

Bedeutung

Steigt die globale Lufttemperatur in den nächsten fünf Jahren nicht deutlich, so sind alle Simulationen außerhalb des Vertrauensbereiches. Unabhängig davon zeigt sich bereits jetzt, dass die globalen Modelle die natürliche Variabilität unterschätzen und bestimmte Phänomene oder Wechselwirkungen im Klimasystem nur unzureichend erfassen. Im neuen IPCC-Bericht wird davon ausgegangen, dass die von den globalen Klimamodellen simulierte bodennahe Lufttemperatur im Zeitraum 2081–2100 mit einer Wahrscheinlichkeit von 66 bis 100 % innerhalb des Vertrauensbereichs (>5-%- und <95-%-Konfidenzintervall) der Modellsimulationen liegen wird. Damit soll trotz der aktuellen Diskrepanzen die Temperatur gegenüber dem vorindustriellen Niveau je nach Emissionsszenario um 1,5 bis 4° C ansteigen.

Im Bericht wird auch davon ausgegangen, dass die aktuelle Temperaturstagnation nur eine vorrübergehende Phase ist und sich der Temperaturanstieg schon bald wieder beschleunigen wird. Angesichts des anhaltenden Rückgangs des arktischen Meereis und der Speicherkapazität der Ozeane ist diese Einschätzung jedoch als nicht gesichert einzustufen.

Schlussfolgerung

Die Forschungsergebnisse der letzten Jahre geben immer öfter zu erkennen, dass natürliche Schwankungen im Klima erheblich sind. Der aktuelle Temperatur-Hiatus zeigt, dass das Klimasystem derzeit noch nicht in seiner vollen Komplexität verstanden ist und die globalen Klimamodelle noch nicht ausreichen.

Literatur:

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