Man mag es angesichts der Winterflaute in Mitteldeutschland kaum glauben, in Kärnten wurde ein See bereits am 11.12.13 für den Eissport freigegeben. Und es wurde hier eine neue Wetterstation in Betrieb genommen:

Quelle: zamg.at

11.12.2013

Weissensee: erstmals Wetterstation direkt am Eis

 
 
 
Weissensee: erstmals Wetterstation direkt am Eis

©ZAMG

Für eine optimale Betreuung des Natureislaufplatzes Weissensee hat die ZAMG eine Wetterstation direkt auf dem zugefrorenen See errichtet. Damit werden auch kleinräumige Temperaturunterschiede erfasst. Am See ist es oft um die fünf Grad kälter als im nur 15 Meter höher gelegenen Ort. Der Weissensee wurde noch nie so früh zum Eislaufen freigegeben wie heuer.

Der Weissensee in Kärnten ist mit rund 6,5 Quadratkilometer die größte beständig zufrierende und präparierte Natureisfläche Europas. Für die Sicherheit der Eisläuferinnen und Eisläufer ist der Eismeister Norbert Jank zuständig: „Das Eis am Westteil des Sees ist derzeit 15 Zentimeter dick und seit Samstag zum Eislaufen geöffnet. Das ist früh wie noch nie. Ich betreue den See seit rund 30 Jahren. Das ist das erste Mal, daß Temperatur, Wind und Schneefall so gut gepasst haben, dass der See schon Anfang Dezember freigegeben wurde."

Neue Wetterstation am Eis zeigt Mikroklima des Sees

Seit dieser Woche steht den Verantwortlichen auch eine Wetterstation direkt auf der Eisfläche zur Verfügung, errichtet von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Paul Rainer, Meteorologe an der ZAMG in Klagenfurt: „Um die Qualität des Eises optimal einschätzen zu können, braucht man sehr lokale Wetter-Informationen, vor allem von Temperatur und Wind. Schon kleine Unterschiede im Standort einer Wetterstation machen hier große Unterschiede. Am Weissensee zum Beispiel sammelt sich am See in den Nächten eine dünne Schicht sehr kalter Luft. Hier ist es oft um die fünf Grad kälter als im nur 15 Meter höher gelegenen Ort."

Für die Stabilität der Wetterstation wurden kleine Holzstücke an Seilen befestigt und durch gebohrte Löcher unter das Eis geschoben. Nach dem Zufrieren der Bohrlöcher ist die Konstruktion so stabil wie „an Land".

Die Wetterstation am Weissensee misst nach international einheitlichen Kriterien Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Windspitzen.

In den nächsten Tagen in Österreich Sonne und Nebel

Das Wetter bringt am Weissensee bis in die nächste Woche hinein viel Sonnenschein, in der Früh für kurze Zeit auch Nebel. Die Temperatur liegt am See zwischen minus fünf Grad in der Früh und plus 1 Grad am Nachmittag.

In den nächsten Tagen scheint überhaupt im Großteil Österreichs die Sonne. In einigen Regionen kann sich allerdings zäher Hochnebel halten, wie stellenweise im Gebiet von Linz über Wien und Eisenstadt bis Graz und Klagenfurt.

zamg_wetterstation-weissensee_dez-1

Freitag, 22 November 2013 07:37

Prognostizierter Temperaturanstieg stockt

Die erste Polarlust mit Wintergruß marschiert auf Deutschland zu. Es stellt sich die Frage für die Winterfans:

Gibt es dieses Jahr wieder einen "richtigen" Winter mit Schnee und Eis?

Die letzten Winter machten ja wieder Hoffnung, dass die extrem warmen Winter sich nicht weiter fortsetzen. Laut dem folgenden Bericht stehen die Chancen aktuell nicht schlecht. Der Artikel befasst sich mit dem Einttreten bzw. nicht Eintreten der Prognosen der globalen Klimamodelle:

Quelle: Zamg.at

Temperatur-Hiatus

 

Klimamodelle erfassen Temperaturverlauf unzureichend

Die Entwicklung der Lufttemperatur in der Klimazukunft ist eine der zentralen Größen in den Vorhersagen der globalen Klimamodelle. Vergleicht man jedoch den Temperaturverlauf der letzten 15 Jahre mit den Simulationen der neuen Klimamodellgeneration, so fällt eine erhebliche Abweichung zwischen Modell und Realität auf: der sogenannte Temperatur-Hiatus.

Im Herbst 2013 wurde der finale Entwurf des 5. Sachstandberichtes des International Panel of Climate Change (IPCC) der Öffentlichkeit präsentiert. Dem Bericht liegen neueste Forschungserkenntnisse zugrunde, welche unter anderem aus Ergebnissen von globalen Klimamodellsimulationen abgeleitet sind. Diese neuste Generation von Klimamodellen enthält neben den aktuellen Treibhausgas-Emissionsszenarien (RCPs) auch eine Reihe von grundlegenden physikalischen Neuerungen wie eine weiterentwickelte Aerosolchemie, ein Kohlenstoffkreislauf- und ein dynamisches Vegetationsmodul.

Hintergrund

Die neuen Klimamodelle (CMIP5) sind derzeit die verlässlichste Quelle, um zukünftige, durch den Menschen verursachte Klimaveränderungen bestimmen zu können. Dabei galt bis dato die Lufttemperatur als jener Parameter, dem die stärkste Glaubwürdigkeit zugesprochen wurde. In den letzten 15 Jahren zeigt sich jedoch eine deutliche Abschwächung des globalen Temperaturanstieges, der nur von drei der 114 Klimamodellsimulationen ausreichend erfasst wird (Abb. 1).

1-4-8_1_Hiatus
Abb. 1: Änderung der globalen bodennahen Lufttemperatur relativ zur Periode 1986–2005 aus Beobachtungsdaten (schwarz) und Modellsimulationen (farbig) (IPCC 2013).

Im Vergleich der globalen Lufttemperatur zwischen 1998 und 2012 liegt die Beobachtung (schwarze Linie in Abb. 1) am unteren Rand aller Simulation, jedoch gerade noch innerhalb des Vertrauensbereiches. Dieser Bereich berücksichtigt Unsicherheiten aus den unterschiedlichen Emissionsszenarien, den verschiedenen Beobachtungsdatensätzen und die natürliche Klimavariabilität.

Ursachen

Die Abschwächung des globalen Temperaturanstieges der letzten 15 Jahren wird laut IPCC (2013) auf das Zusammenwirken von

zurückgeführt. Darüber hinaus wird jedoch vermutet, dass

zur Stagnation beigetragen haben könnten.

Zum dritten Punkt – der natürlichen Klimavariabilität – gibt es zwei wichtige Theorien: Die erste besagt, dass vor allem der tiefe Ozean deutlich mehr Energie aufnimmt als ursprünglich angenommen und damit weniger Energie für die Erwärmung der bodennahen Luftschichte zur Verfügung steht. Dies impliziert eine systematische Unterschätzung der Speicherung von Energie durch die Ozeane im globalen Klima und damit eine mögliche langfristige Überschätzung der Lufttemperatur in den Szenarien. Es sei denn, es handelt sich um eine vorrübergehende La-Niña-Phase, die dämpfend auf die globale Temperatur wirkt. Dieser Effekt wäre zeitlich begrenzt. In beiden Fällen existieren jedoch offensichtliche Mängel in der Fähigkeit, die ozeanische Zirkulation hinreichend im Modell zu erfassen.

Die zweite Theorie begründet die Stagnation mit einer starken Regeneration des winterlichen, eurasischen Hochdruckgürtels. Denn neue Analysen zeigen, dass ein großer Anteil des sich abschwächenden Temperatursignals aus dem Hochwinter über dem asiatischen Kontinent sowie Skandinavien stammt (Abb. 2).

1-4-8_2_NH-Temperaturtrend
Abb. 2: Lineare Trends der bodennahen Lufttemperatur der Periode 1987–2010 aus CRUTEM3-Daten in Grad Celsius pro Jahrzehnt im Winter (oben) und Sommer (unten) (Cohen u.a. 2012b).

Die Ursache des winterlichen Temperaturrückgangs von 1987 bis 2010 über Nordeuropa und dem asiatischen Kontinent könnte, gemäß den Ergebnissen neuer Studien, im starken Rückgang des arktischen Meereises begründet liegen. Dieser Rückgang führt einerseits zu Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation („Arctic oscillation index“) und andererseits zu einer Modifikation der Luftfeuchtigkeit und der Wolkenbildung. Die Zunahme der herbstlichen Schneebedeckung über dem eurasischen Kontinent dürfte nach neusten Erkenntnissen ein wichtiges Teil in diesem Klimapuzzle sein.

Modellrealität

Warum die globalen Klimamodelle die aktuelle Temperaturentwicklung viel zu hoch einschätzen – und offensichtlich die dahinter liegenden Prozesse nicht richtig erfassen – wird derzeit diskutiert und ist Gegenstand laufender Forschungsarbeiten. Gemäß dem neuen Sachstandberichtes könnte der Fehler in einem fehlenden bzw. inkorrekten Strahlungsantrieb oder einer falschen Reaktion der Klimamodelle auf externe Antriebe begründet liegen. Darüber hinaus dürften einige Klimamodelle zu stark auf die Konzentration von Treibhausgasen reagieren.

Bedeutung

Steigt die globale Lufttemperatur in den nächsten fünf Jahren nicht deutlich, so sind alle Simulationen außerhalb des Vertrauensbereiches. Unabhängig davon zeigt sich bereits jetzt, dass die globalen Modelle die natürliche Variabilität unterschätzen und bestimmte Phänomene oder Wechselwirkungen im Klimasystem nur unzureichend erfassen. Im neuen IPCC-Bericht wird davon ausgegangen, dass die von den globalen Klimamodellen simulierte bodennahe Lufttemperatur im Zeitraum 2081–2100 mit einer Wahrscheinlichkeit von 66 bis 100 % innerhalb des Vertrauensbereichs (>5-%- und <95-%-Konfidenzintervall) der Modellsimulationen liegen wird. Damit soll trotz der aktuellen Diskrepanzen die Temperatur gegenüber dem vorindustriellen Niveau je nach Emissionsszenario um 1,5 bis 4° C ansteigen.

Im Bericht wird auch davon ausgegangen, dass die aktuelle Temperaturstagnation nur eine vorrübergehende Phase ist und sich der Temperaturanstieg schon bald wieder beschleunigen wird. Angesichts des anhaltenden Rückgangs des arktischen Meereis und der Speicherkapazität der Ozeane ist diese Einschätzung jedoch als nicht gesichert einzustufen.

Schlussfolgerung

Die Forschungsergebnisse der letzten Jahre geben immer öfter zu erkennen, dass natürliche Schwankungen im Klima erheblich sind. Der aktuelle Temperatur-Hiatus zeigt, dass das Klimasystem derzeit noch nicht in seiner vollen Komplexität verstanden ist und die globalen Klimamodelle noch nicht ausreichen.

Literatur:

Balmaseda M.A., Trenberth K.E., Källén E. (2013): Distinctive climate signals in reanalysis of global ocean heat content. Geophysical Research Letters 40, 1754–1759, doi:10.1002/grl.50382

Clement A., Seager R., Cane M., Zebiak S. (1996): An ocean dynamical thermostat. Journal of Climate 9, 2190–2196, doi:10.1175/1520-0442(1996)009<2190:aodt>2.0.co;2

Cohen J.L., Furtado J.C., Barlow M.A., Alexeev V.A., Cherry J.E. (2012a): Arctic warming, increasing fall snow cover and widespread boreal winter cooling. Environmental Research Letters 7, 014007, doi:10.1088/1748-9326/7/1/014007

Cohen J.L., Furtado J.C., Barlow M.A., Alexeev V.A., Cherry J.E. (2012b): Asymmetric seasonal temperature trends. Geophysical Research Letters 39, L04705, doi:10.1029/2011GL050582

Francis J.A., Chan W., Leathers D.J., Miller J.R., Veron D.E. (2009): Winter Northern Hemisphere weather patterns remember summer Arctic sea-ice extent. Geophysical Research Letters 36, L07503, doi:10.1029/2009GL037274

Fröhlich C. (2012): Total solar irradiance observations. Surveys in Geophysics 33, 453–473, doi:10.1007/s10712-011-9168-5

Held I.M. (2013): Climate science: The cause of the pause. Nature 501, 318–319, doi:10.1038/501318a

Honda M., Inoue J., Yamane S. (2009): Influence of low Arctic sea-ice minima on anomalously cold Eurasian winters. Geophysical Research Letters 36, L08707, doi:10.1029/2008GL037079

IPCC (2013): Climate change 2013. The physical science basis. Working Group I contribution to the Fifth Assessment Report of the International Panel on Climate Change. Genf: IPCC, 2215 Seiten (Website) (angenommener aber noch nicht im Detail bestätigter Entwurf)

Jeong J.H., Ou T., Linderholm H.W., Kim B.M., Kim S.J., Kug J.S., Chen D. (2011): Recent recovery of the Siberian High intensity. Journal of Geophysical Research 116, D23102, doi:10.1029/2011JD015904

Kosaka Y., Xie S.P. (2013): Recent global-warming hiatus tied to equatorial Pacific surface cooling. Nature, doi:10.1038/nature12534

Meehl G.A., Arblaster J.M., Fasullo J.T., Hu A., Trenberth K.E. (2011): Model-based evidence of deep-ocean heat uptake during surface-temperature hiatus periods. Nature Climate Change 1, 360–364, doi:10.1038/nclimate1229

Petoukhov V., Semenov V.A. (2010): A link between reduced Barents-Kara sea ice and cold winter extremes over northern continents. Journal of Geophysical Research 115, D21111, doi:10.1029/2009JD013568

Serreze M.C., Barry R.G. (2011): Processes and impacts of Arctic amplification: A research synthesis. Global and Planetary Change 77, 85–96, doi:10.1016/j.gloplacha.2011.03.004

Solomon S., Qin D., Manning M., Chen Z., Marquis M.,  Averyt K.B., Tignor M., Miller H.L. (Hg.) (2007): Climate change 2007. The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Cambridge, New York: Cambridge University Press, 996 Seiten, ISBN 9780521705967

Watanabe M., Kamae Y., Yoshimori M., Oka A., Sato M., Ishii M., Mochizuki T., Kimoto M. (2013): Strengthening of ocean heat uptake efficiency associated with the recent climate hiatus. Geophysical Research Letters 40, 3175–3179, doi:10.1002/grl.50541

Woods C., Caballero R., Svensson G. (2013): Large-scale circulation associated with moisture intrusions into the Arctic during winter. Geophysical Research Letters 40, 4717–4721, doi:10.1002/grl.50912

 

Donnerstag, 23 Mai 2013 14:02

Schnee Großer Feldberg am 23.05.13

Höherpunkt einer lang andauernden Kälteperioder ist eine zarte Schneebedeckung auf dem Großen Feldberg unseres Taunus. Ungewöhlich dahingehend, dass wir uns bereits in der 3. Dekade des Monat Mai befinden.

Das Bild zeigt wie AUCH für die nächsten 7 Tage negative Temperaturenabweichungen für große Teil Europas zu erwarten sind.

Noch am Wochenende lag in Oberursel und Umgebung viel Schnee. Zwar hat das starke Tauwetter seit dem 17.3.13 den bis auf Flecken komplett verschwinden lassen, an Frühling ist aber weiterhin nicht zu denken. Nachts wird weiterhin empfindlich kalt und die Winterrichtung heißt abmals in diesem Winter NORD-OST.

Weite Teile von Ostdeutschland bis Russland sind schneebedeckt, was im Prinzip mit der größten Ausdehnung dieses Winters gleichzusetzen ist. Das begünstigt weiterhin die Aufrechterhaltung der kalten Witterung in großen Teilen Europas. Siehe Grafik.

Die Frühlingssonne ist zwar schon stark, aber über Schneedecken wird ein Großteil der Strahlung wieder von Erde zurückgeschickt. Die Albedo-Werte liegen über Schnee bei ca. 80-90%, ohne bei ca. 30%.

Aktuell liegt die Montasmitteltemperatur bei +1,7 Grad fast drei Grad niedriger unter dem langjährigen Mittel. 2006 hatten wir mit +2,4 Grad einen ebenfalls sehr kalten März. 2012 lag sie bei +7,6 Grad!

Frühling wann kommst Du!

Dienstag, 12 März 2013 20:37

Kernwinter Mitte März

Die Luftmassengrenze ist im Verlaufe der letzten Nacht über ganz Hessen nach Süden gewandert. Damit einhergehend brachte ein kleines Tief aus Richtung Frankfurt kommend, gespeist durch das starke Temperaturgefälle Nord-Süd, für nunmehr fast 24 Stunden Dauerschneefall. Bereits am Morgen lagen 2-3cm Schnee. Ein weiteres großes Schneefallgebiet brachte dann am Vormittag nochmals 10cm Schnee. Somit erreichen wird die höchste Schneehöhe dieses Winters. Hinzu kam teils starker Wind der zu Verwehungen führte und die Temperaturen blieben bei einem "Maximum" von nur -2,4 Grad deutlich hinter den normalen Werten für diese Jahreszeit zurück. Selbst die erhöhte Globalstrahlung der Sonne schaffte es nicht die Straßen schneefrei zu halten. Zur Erinnerung am Samstag, den 09.03.13 hatten lagen die Höchstwerte noch bei 16 Grad

Schneehöhe Oberursel 21:00Uhr, 12.03.13: 16cm (teils stark verweht)

Gut zu sehen die Niederschlagssignale in der Mitte Deutschlands, gleichzeit Luftmassengrenze zwischen Nord und Süd. Die Temperaturunterschiede liegen z.T. bei 15K! 

Nun wandert die LMG als Kaltfront nach Süden. D.h. für Oberursel in den nächsten Tagen frostiges Winterwetter.

Satbild 120313

Quelle: hr-online.de 19:35

Hier einige Impressionen aus Frankfurt und Oberursel:

2013-03-12-Frankfurt Platz der Republik

Platz der Republik, 12.03.13

 2013-03-12-290 Christuskirche

Oberursel, Christuskirche, 12.03.13

 

Am 02. März 2013 gab es den ersten kompletten Sonnentag seit langer Zeit, gefühlt seit November. Der meteorologische Winter vom 01.12.12-28.02.13 brachte es auf einen Negativrekord von insgesamt nur 54 Sonnenstunden. Interessant ist auch, dass der Winter 12/13 nicht als besonders nass in die Geschichte eingeht.

Nun steht ein erneuter Rückfall in den Winter vor der Tür. Kalte Luft hat sich über Skandinavien angesammelt und wird nach Mittel- und Osteuropa transportiert. Aktuell ist der Norden von Deutschland schon seit einigen Tagen betroffen. Heute gab es teilweise Dauerfrost. Nun kämpft sich die Kaltfront immer weiter Richtung Süden.


Die Karte zeigt die Kontraste bei den Temperaturen:

 Temperatur 100313


Die Schärfe des Wintereinbruches in Sachen Ausprägung und Länge ist schon ist schon für die 2. Märzdekade erstaunlich.
Hier in Oberursel wird er uns ab dem 11.03.13 so richtig beschäften. Vermutlich mit Nachtfrösten in den nächsten 7 Tagen. 
Das Temperaturmittel des Monat März wird dadurch vermutlich negativ ausfallen.

Das viel zu kalte Wetter herrscht nicht nur über Deutschland. Von Nordrussland bis nach Spanien ist es deutlich zu kalt für die Jahreszeit.

Freitag, 08 Februar 2013 16:01

So muß Winter...

Auf 860m Meerehöhe hat es in den letzten Tagen viel Neuschnee gegeben. Im Tal sind es ca. 100cm und auf dem Diedamskopf (2.000m) sind es bereits 350cm Schnee. Auch in den letzten Jahren wurden diese Schneehöhen oft erreicht.

Warum kann man den Ort als Schneeloch bezeichnen?

Wolken aus denen Niederschläge/Schneeschauer hervorgehn, bringen bei uns hierzulande wenn überhaupt nur 1 oder 2cm Schnee. Auf dem weiteren Weg "prallen" die Wolken bei der aktuellen Nord-West-Strömung gegen die Alpen, werden gezwungen sich zu entleeren und bringen dann meist Dauerschneefall. Nicht selten werden es 20 - 50cm am über den Tag verteilt. Der Vorarlberg und der Bregenzerwald haben also durch diese exponierte Lage eigentlich oft die höchsten Schneemenge zu verzeichnen. Schoppernau, speziell der Ort, ist auch perfekt für diese Anströmung ausgerichtet. Dazu kommt auch noch der Berg "Kanisfluh", an dem die Wolken nochmals "extra" aufgehalten werden und dann im Ort dahinter für andauernde Schneefälle sorgt.

Freitag, 08 Februar 2013 15:51

Gedanken zum Winter

Schon jetzt kann man sagen, dass sich der Winter 12/13 für den Winterfreund in die Reihe der letzten Winter einreiht. D.h. wir kamen mindestens einmal in den Genuss von richtig nachhaltigem Winterwetter. Das war im Rückblick auf die letzten beiden Jahrzehnte nicht immer so. Diesen Winter kann man bereits Ende Januar zwei längere Winterphasen für Flachländer konstatieren. Allerdings so schön es ist - so schmal ist der Grad der Enttäuschung für uns 'Verwöhnte' - wenn es mal nicht für Rodeln und Schlittschuhlaufen reicht. Ein Rückblick auf die letzten Winter soll verdeutlichen, dass die jetzige Kindergeneration fast schon verwöhnt wurde:

2008/09 2 Wochen Januar
2009/10 Januar/Februar - 60 Schneedeckentage
2010/11 6 Wochen Dezember/Januar (43 Tage am Stück geschlossene Schneedecke)
2011/12 2 Wochen Februar
2012/13 1 Woche Dezember - 2 Wochen Januar ...

Bereits Anfang Dezember konnte eine dünne Schneedecke mehrere Tage die Landschaft verzaubern. Die Nachtfröste waren schon so stark, dass es fast zu Schlittschuhlaufen auf dem Maasgrundweiher gereicht hätte. Nachfolgendes Tauwetter und immer höher steigende Temperaturen ließen schon das Gefühl aufkommen, das wir es doch mit einem milden Winter zu tun bekommen würden....Grund hierfür waren atlantische Tiefdruckgebiete mit Winden aus Richtung aus West bis Südwest für fast Frühlingsgefühle sorgten.

Jedoch kam der Flachland Winter Mitte Januar wieder zurück. Dauerfrost und immer wieder kleine Schneefallgebiete brachten auch eine dünne Schneedecke. 10 cm Schnee reichten in der 4. Januarwoche für Rodelvergnügen auf der Bleiche in der Altstadt. Die Bäume hatten tagelang ihr weißes Kleid auf den Ästen. Auf dem kleinen Feldberg lag kaum mehr Schnee. Einher kam das perfekte Winter Wetter mit Dauerfrost. Allerdings gab es im Prinzip keinen einzigen Tag mit Sonnenschein. Was dazu führte, das der Frost sich meist nur im leichten Frost Bereich von 0 bis -5 Grad bewegte. Das Potential für strenge Fröste war eigentlich gegeben. Der Maasgrundweiher konnte aufgrund dessen nur langsam sein Eis bilden. Am Ende konnten noch mutige Schlittschuhlauffans zwei Tage Eishockey spielen, ehe diese zweite hochwinterliche Phase durch ein atlantisches Sturmtief aus Südwest beendet wurde. Markant, in den zwei Wochen schönstes Winter Wetter, war in der Mitte eine Eisregenphase. Grund hierfür war das Standhalten von osteuropäischen Hochdruck und deren bodennaher Kaltluft gegen warmen Tiefdruck auf dem Atlantik. Die warmen Luftmassen mussten auf die Kaltluft auf gleiten. So waren es an diesem Sonntag, dem 20. Januar 2013 +5 Grad in 1500 Metern Höhe. Am Boden wurde hingegen die 0-Grad Grenze nicht überschritten. Nachfolgender Schneefall machte die 2. Winterwoche in Folge perfekt.

Ende Januar und Anfang Februar herrschte wieder die warme Luft in Deutschland. Erneut gingen die Temperaturen drauf auf bis zu 12 Grad. D.h. die Temperatur Kurve bis dato gefällt der eines Oszillators.

Sehr kalt - sehr warm - sehr kalt - sehr warm - ???

 

Nun bleibt die Frage zur weiteren Entwicklung des Wetters im dritten Winter Monat Februar. Die Vorhersagemodelle prognostizieren, entgegen meiner Erwartung, eine erneute und damit 3. Winterepisode in Deutschland. Allerdings werden keine besonders tiefen Temperaturen (Im Vergleich: -10 Grad Durchschnittstemperatur 1. Februar Dekade 2012) erreicht werden. Trifft es aber tatsächlich so ein, dass wir wieder Dauerfrost und auch eine Schneedecke bekommen, könnte man das subjektive Gefühl bekommen, dass die Winter in den letzten Jahren wieder winterlicher geworden sind. Man könnte sogar von einer neuen Qualität sprechen. Waren es in den letzten Jahren immerhin schon eine lange winterliche Periode so sind es in diesem Winter schon deren drei! Dazu kommt interessanterweise, dass die Durchschnittstemperaturen von Dezember (+2,7) und Januar (+1,3) in der Summe noch nicht einmal negativ sind. Grund hierfür sind die starken zwischenzeitlichen "Warmphasen" in den Monaten. (Siehe Grafik)

Dabei kommt mit dem März sogar noch eine weitere Option für mindestens ein Winterintermezzo. Wollen wir aber nicht gleich den `Morgen vor dem Abend loben`.

Es bleibt also weiter spannend.

Dienstag, 30 Oktober 2012 12:38

Sommer und Winter in 7 Tagen - Eine Nachlese

Am 21. Oktober gab es in Deutschland noch verbreitet 25 Grad. In Oberursel war dieser Tag mit 20,2 Grad der wärmste Tag im ganzen Monat. Am 27.10.12 gab es morgens Dauerschneefall. Der 29.10. brachte mit -4,6 Grad Tiefsttemperatur einen neuen Minimumrekord für den Monat Oktober, ebenso die Höchsttemperatur mit 2,2 Grad. Sogar die Tagesmitteltemperatur blieb an diesem Tag negativ.

Deshalb zeigt eine Rückanalyse "Trajektion" des Wettergeschehens die starken Gegensätze.

1. Super Warmwetter um den 21.10.12:

anhand der grünen Linie ist Laufbahn der Luftmassen in 1500 Metern Höhe verzeichnet. Die Luft kam also weit aus Süden und sogar aus Nordafrika.

RueckwertsTrajektion warm

 

2. Super Kaltwetter am 27.-29.10.12:

Die Luftmassen kamen direkt aus der Gegend Spitzbergen bzw. Arktis

RueckwertsTrajektion kalt

So unterschiedliche Wetterlagen in der kurzen Abfolge wird es wohl so schnell nicht wiedergeben.

Grafikerklärung: Die Vorhersagegrafik für die nächsten 14 Tage zeigt die Einstimmigkeit der Modellläufe zur bevorstehenenden Wetterumstellung.


Der sehr sonnige und beständige Altweibersommer mit Temperaturen bis 20 Grad neigt sich nun langsam dem Ende zu.
Markan ist, dass sich das Wetter von einem auf das anderes Extrem umstellt. Anstelle von sehr warme Luft aus Süd-West, wird ab dem 26. Oktober sehr kalte Luft arktischen Ursprungs aus Nord-Ost nach Deutschland transportiert.

Vorallem in der Höhe kann es zu einem Temperatursturz von bis zu 25 Grad führen. Das sind fast amerikanische Verhältnisse.
Im Flachland heißt es dann von Höchstwert am Wochenende von nahezu 25 Grad (Ostdeutschland), sinkt die Temperatur auf kaum noch 5 Grad. Niederschläge gehen bis in untere Lage in Graupel und Schnee über.

Die Rekordminimumtemperatur in Oberursel war für den Oktober bisher -3,4 Grad am 19.10.2009. Mit der vorhergesagten Entwicklung könnte diese Marke unterschritten werden. Letztes Jahr hatten wir in der ersten Oktoberdekade neue Rekord-Höchstwerte von 27 Grad. Das zeigt eine Amplitude von 30K und beweist, dass im Oktober alles möglich ist.

Ob die kommende Wetterlage ein Vorbote für den Winter 12/13 wird bleibt abzuwarten.

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