2014 sorgte für einige Wetter-Kuriositäten

Das wärmste Jahr

09.01.2015

Von Michael Neumann

Mit knapp 6 Grad unter Null, gemessen an der Wetterstation des Oberurseler Hobby-Meteorologen André Schröder, war der 28. Dezember der kälteste Tag im Jahr 2014. Den heißesten Tag des Jahres erlebten die Taunusbürger bereits am 9. Juni. Da zeigte das Thermometer um 17.10 Uhr stolze 35,2 Grad, und das zwei Wochen vor dem kalendarischen Sommeranfang. Die TZ hat das Wetter 2014 unter die Lupe genommen.

Für die Jahreszeit ungewöhnliche 16 Grad haben die Wetterdienste für das kommende Wochenende angekündigt. Wirklich ungewöhnlich? Wer sich noch an den Jahresbeginn 2014 erinnert, weiß, dass in der zweiten Januarwoche im Taunus ebenfalls bereits 14 Grad erreicht wurden. „Wir haben für 2014 eine Durchschnittstemperatur von 12 Grad gemessen, das waren gut drei Grad mehr als das Mittel der vergangenen 30 Jahre“, sagt André Schröder. „Verantwortlich waren die viel zu warmen Herbst- und Wintermonate. Die Monate Januar bis April waren 4 bis 5 Grad zu warm.“

Aufgezeichnet werden alle wetterrelevanten Daten für den Taunus schon seit November 2004 an der Messstation des Oberurseler Hobby-Meteorologen. Diese stand zunächst in einem Garten an der Füllerstraße und wechselte inzwischen in die Frankfurter Landstraße.

Der kälteste Tag des vergangenen Jahres ließ bis zum Jahresende auf sich warten – und der war nicht einmal so richtig klirrend kalt. „Gerade einmal minus 5,7 Grad wurden am 28. Dezember gemessen. Im Jahr davor waren es immerhin noch minus 10 Grad“, sagt Schröder. Frostig mit weniger als null Grad war es an 20 Tagen, das war im Jahr davor noch an 81 Tagen der Fall. Selten auch, dass es nur einen Eistag gab – also einen Tag, an dem das Thermometer die Null-Grad-Grenze nicht überschritt.

Ebenfalls ungewöhnlich am Taunus-Wetter 2014 war, dass der heißeste Tag des vergangenen Jahres nicht wie üblich im Juli oder August gemessen wurde, sondern mit sage und schreibe 35,2 Grad bereits am 9. Juni. Das brachte die Taunusbürger schon zwei Wochen vor dem Sommeranfang mächtig ins Schwitzen. „Bemerkenswert früh“, kommentiert Schröder. „Das heißeste Pfingstfest aller Zeiten“, meldete der Deutsche Wetterdienst.

Leicht rückläufig gegenüber dem Vorjahr war die Zahl der Sonnenstunden, die an der Oberurseler Station registriert wurden. 1099 Stunden waren es 2013, 1000 im vergangenen Jahr. „Rekord-Hitzewerte waren nicht zu verzeichnen“, sagt Schröder. Mit den genannten Werten lag der Taunus über der bundesweiten Durchschnittstemperatur 2014 von 10,3 Grad. Gleichwohl wurden die Rekordjahre 2000 und 2007 noch mal getoppt. 2014 war das wärmste Jahr in Deutschland seit dem Beginn regelmäßiger Temperaturmessungen im Jahr 1881.

181 Tage Regen

Weitaus mehr Regen als im Vorjahr fiel 2014 vom Taunus-Himmel. Betrug die Niederschlagsmenge 2013 noch 628 Liter, waren es 2014 mehr als 858 Liter pro Quadratmeter. So richtig geschüttet hat es am 26. August, als der Himmel alle Schleusen öffnete und 64 Liter auf die Erde prasselten. Der Regenschirm musste an 181, also praktisch jeden zweiten Tag des Jahres, aufgespannt werden. Vor allem in den Ferienmonaten Juli und August regnete es häufig. Die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit lag 2014 mit 80 Prozent etwas unter der des Vorjahres, als die Messstation 82 Prozent ermittelte.

Natürlich hatte das Wetter auch Auswirkungen auf die Pflanzenwelt. Schröder: „Im Vergleich zu 2013 begann die Vegetationsphase sehr früh und hielt sehr lang an bis in den November hinein. Das konnte jeder, der ein Gartengrundstück hat, am notwendig vielen Rasenmähen messen.“

Nicht nur die Wetterstatistiken für das vergangene Jahr sind auf der Homepage von André Schröder, oberursel-wetter.de, einzusehen, sondern auch alle Daten über das tägliche Wetter mit Temperaturen, Luftdruck und anderem mehr finden sich dort.

   
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