Montag, 27 Dezember 2010 09:27

rekordverdächtige "Weiße Weihnachten 2010"

Der Deutsche Wetterdienst schreibt es zusammenfassend so:

26.12.2010, 08:48 Uhr

Weihnachten weiß und kalt

Nachdem die starken Schneefälle zu Ende sind, soll hier Bilanz 
des raren deutschlandweiten Weihnachtswinterwetters gezogen 
werden.
Auf dem Brocken liegt mit 160 cm der meiste Schnee, noch vor 
der Zugspitze mit 148 cm.
Im Bayerischen Wald, dem Erz- und Fichtelgebirge und am 
Rennsteig liegen auch teils über 100 cm Schnee, wobei in diesen 
Regionen der Fichtelberg mit 140 cm Spitzenreiter ist.
Die Mittelgebirge der westlichen Bundesländer werden vom Kahlen 
Asten mit 80 cm Schneehöhe angeführt, der notorische 
Spitzenreiter Feldberg im Schwarzwald kommt wegen des starken 
Tauwetters der vergangenen Woche nur auf 57 cm, im benachbarten 
Freudenstadt liegt mit 56 cm kaum weniger Schnee.
In den Lagen unter 200 m Meereshöhe purzelten die Rekorde. Mit 
45 cm (alter Rekord 43 cm) liegt der meiste Schnee in 
Wiesenburg, ca. 70 km südwestlich von Berlin. Und auch die 36 
cm (25 cm als bisheriger Höchstwert im Dezember) in Aachen sind 
dort eine enorme Schneemenge.
So viel Schnee hat es bei 60% aller Stationen unter 200 m im 
Dezember noch nie seit Beginn der Messungen gegeben. 
An den nächsten beiden Tagen wird durch neue, teilweise 
schauerartig verstärkte Schneefälle die Prozentzahl der 
Stationen mit Schneehöhenrekorden weiter steigen.

Und kalt ist es auch.
Gestern, am ersten Weihnachtsfeiertag herrschte in ganz 
Deutschland Dauerfrost, wobei es in den Niederungen in 
Schleswig-Jagel (30km südlich von Flensburg) mit -9,6 als 
Höchstwert am kältesten war.
In der letzten Nacht war Bad Königshofen (ca. 100 km 
nordwestlich von Nürnberg) - 24 Grad Rekordhalter in 
Deutschland. In diesem Kälteloch war es allerdings im Dezember 
1969 schon -30 Grad kalt. 
Auch zwischen Karlsruhe und Stuttgart meldeten einige Stationen 
Werte unter -20 Grad. 
Die weiteren Aussichten bleiben frostig. Nur im Nordwesten und 
den Flussniederungen des Rheins und seiner westlichen 
Nebenflüsse können sich Höchstwerte über null Grad einschleichen.
Nachts werden ab Mittwoch und Donnerstag früh im Osten -20 Grad 
eher eine Selbstverständlichkeit und tagsüber werden die 
Temperaturen dort auch nur wenig "wärmer" als -10 Grad werden.

Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

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