„Der Winter in diesem Jahr meint es ernst“
Frostperiode und zugefrorene Gewässer ermöglichen  "Teichhockey"

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Oberursel. Das Franzoseneck und die dortige Stuhlberger Seenplatte liegen etwa
zwei Kilometer westlich vom Maasgrundweiher. Beide Gewässer trennen nicht nur
rund zwei Kilometer Luftlinie, sondern auch unterschiedliche Höhenlagen.
Die kleine Seenplatte liegt rund auf 350 Meter und damit 100 Meter höher inmitten des Waldes. Zudem weist
die Umgebung des 8000 Quadratmeter große Maasgrundweihers in Stadtnähe auch
lagebedingt klar höhere Temperaturen aus – gerade im Winter.
Die Frequenz der Ausflügler ist derzeit am Franzoseneck deutlich geringerer, als im
Früher, Sommer und Herbst. Am Sonntag jedoch hatte sich André Schröder aus
Bommersheim mit einem Dutzend befreundeter Sportkameraden dort verabredet, die
alle eine gemeinsame Leidenschaft eint: das Eishockey, auch genannt "Teichhockey".
Die Wintersportart auf Kufen, bei der die Spieler auf Schlittschuhen mit ihrem
Schläger auf Eis einen Hartgummipuck hinterherjagen, um diesen ins gegnerische
Tor zu befördern, wird für gewöhnlich in Eishallen gespielt. Nicht aber am Sonntag,
als Schröder und Co. ihre Sport-Ausrüstung zur zugefrorenen Seenplatte schleppte.
„Wie in den letzten Jahren war es auch 2025 viel zu unsicher, draußen unseren Sport
zu betreiben, weil die durchschnittlichen Temperaturen beständig steigen. Es gibt
schlichtweg nur noch ganz selten lange Frostperioden, in denen die Oberurseler
Gewässer tief zufrieren“, sagt Schröder. 2026 war es glücklicherweise so weit.
Als Hobby-Meteorologe betreibt er seit Jahren eine kleine
Wetterstation. Die gesammelten Daten geben ihm bei der Frage, ob die in Frostperioden entstandenen
Eisflächen auch tragfähig sein könnten, entscheidende Anhaltspunkte.
„Der Winter meint es in diesem Jahr wirklich ernst“, sagt Schröder, der tags zuvor mit
einem leistungsstarken Akkubohrer und einem langen 10er Bohrer die Dicke des
Eises gemessen hatte. „Es war ein ganz besonderes Geschenk, dass der See am
Franzoseneck einen fast zehn Zentimeter dicken Eispanzer trug“.

2026 01 25 Eisdicke

Nachdem die Eisdecke seiner Erfahrung nach dick genug war, habe er seinen
Freundeskreis der gemeinsamen WhatsApp-Gruppe über die Dicke
der Eisschicht informiert. „Wir sind alle Eishockey-Freaks, aber keine Cracks. Wir
haben uns schon lange nicht mehr zum Freiluft-Eishockey getroffen. Am Sonntag
kamen 15 zusammen, einige aus Frankfurt, andere aus Kronberg.“
Seit dem Jahr 2000 wohnt Schröder mit Familie in Oberursel. Bis etwa 2010 sei
immer wieder einmal ein Eishockey-Spiel auf dem Maasgrundweiher möglich
gewesen. Nach dem letzten wirklich krachend kalten Winter in jenem Jahr, sei das
eigentlich nicht mehr möglich gewesen.
„In den letzten zehn Jahren waren eigentlich pro Jahr nur noch ein Spieltag im Freien
möglich gewesen“, so Schröder. „Diese wenigenTage pro Winter, mal auch nur 2 wie jetzt im Januar, mit ausreichender
Eisstärke schenkt uns dann stets ein unglaubliches Glücksgefühl. 
Den Eishockey-Freaks ist die Tatsache bewusst, fass das Schlittschuhlaufen auf
Eisflächen nicht ungefährlich ist und absolut auf eigene Gefahr erfolgt. Die Messung
der Eisstärke gab Schröder und seinen Freunden jedoch ein sicheres Gefühl und
Gewissheit, dass das Eis trägt.

„Der entscheidende Grund für die gute Eisstärke war die Tatsache, dass der
Taupunkt des Eises in der vergangenen Woche aufgrund der besonderen Wetterlage
immer negativ war“, erläutert Schröder. „Tagsüber waren es zwischenzeitlich
maximal für kurze Zeit zwei Grad plus, nachts minus fünf Grad. Der klare Himmel
und die trockene Luft hatte die Eisbildung begünstigt. Zudem waren es dort im Wald
günstigere, weil kältere Bedingungen, als in der Stadt.“

 

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Leider hat es dieser schöne Wintersportbericht nicht in die Tagespresse geschafft...

Danke an den lieben Autor!